„Wir drehen auf!“

06.09.2018

Nach 15 Monaten Bauzeit nimmt heute die KELAG Energie & Wärme GmbH (KEW) die 16 km lange Fernwärmetransportleitung von Arnoldstein nach Villach in Betrieb.

 
 
Diese Leitung transportiert nun pro Jahr rund 100 Millionen Kilowattstunden Wärme nach Villach, das entspricht etwa der Hälfte des Fernwärmebedarfes in der Draustadt. „Die Inbetriebnahme dieser Leitung bedeutet für uns einen Meilenstein“, sagt Adolf Melcher, Geschäftsführer der KEW. „Mit der Abwärme aus der Müllverbrennungsanlage können wir rund 90 % des Wärmebedarfes in Villach aus regenerativen Quellen decken, Erdgas setzen wir nur noch zur Spitzenabdeckung und als Ausfallsreserve ein. Nun pumpen wir Abwärme aus der Müllverbrennung in Form von 130 Grad Celsius heißem Wasser mit einem Druck von 25 bar von Arnoldstein nach Villach.“ Weitere Primärenergiequellen für die Fernwärme in Villach sind Abwärme von der Omya in Weißenstein, Abwärme aus einem privaten Biomassekraftwerk, Wärme aus dem Biomasseheizwerk der KELAG Energie & Wärme GmbH sowie im geringeren Ausmaß Deponiegas und Solarenergie.
Die Kärntner Restmüllverwertungs GmbH (KRV) nutzt die Energie des Hausmülls nun anders als vorher, erläutert Geschäftsführer Günter Zellinger. „Bis heute haben wir in erster Linie Strom erzeugt. Nun erzeugen wir deutlich weniger Strom, dafür aber viel mehr Wärme, sodass wir nicht nur — wie bisher — die Fernwärme in Arnoldstein versorgen, sondern auch halb Villach. Dadurch verdoppelt sich der Brennstoffnutzungsgrad unserer Anlage auf mehr als 50 %.“ Die Gesamtinvestitionskosten für dieses Projekt betragen rund 17 Mio. EUR. 1 Mio. EUR investierte die KRV in den Umbau ihrer Anlage, um Wärme für die Fernwärme Villach auskoppeln zu können.

Größte Einzelinvestition der KELAG Energie & Wärme GmbH
Die KEW hat rund 16 Mio. EUR in die Fernwärmetransportleitung nach Villach, in die Wärmeübergabestation in Warmbad und in Netzanpassungen investiert. „Mit der Nutzung der Abwärme der Müllverbrennungsanlage ist unser Konzept, Villach mit möglichst grüner Wärme zu versorgen, vorläufig abgeschlossen“, erklärt Günther Stückler, Geschäftsführer der KEW und Geschäftsführer der KRV. „Außerdem ermöglicht uns die Abwärme aus Arnoldstein weiteres Wachstum in Villach.“ Das Wärmeverteilnetz der KEW in Villach umfasst mehr als 100 km mit rund 1.000 Anschlüssen. Der Wärmeabsatz in der Stadt Villach beträgt rund 200 Mio. kWh, das entspricht dem Bedarf von etwa 25.000 Haushalten.

„Jede Investition muss sich betriebswirtschaftlich rechnen, das gilt natürlich auch für diese Fernwärmetransportleitung, die größte Einzelinvestition, die unser Tochterunternehmen KELAG Energie & Wärme GmbH jemals getätigt hat“, betont Armin Wiersma, Vorstand der Kelag. „Wir freuen uns, dass unser Projekt in hohem Maß den nationalen und europäischen Klimaschutzzielen entspricht, deswegen wird es auch vom Europäischen Fonds für regionale Entwicklung, vom Bund und vom Land Kärnten unterstützt.“

Energiewirtschaftliche Weichenstellung
„Der Bau dieser Fernwärmetransportleitung ist eine wichtige energiewirtschaftliche Weichenstellung für Kärnten und Klimaschutz im wörtlichen Sinn, sagt Manfred Freitag, Vorstand der Kelag. „Wir verringern die Emissionen in Villach und verbessern den Brennstoffwirkungsgrad der Müllverbrennungsanlage. Mit diesem Projekt kommt unser Tochterunternehmen KEW seinem Ziel einen großen Schritt näher, möglichst viel Abwärme und regenerative Energie zu nutzen.“

Strategischer Partner im Energieland Kärnten
Erich Kessler, Bürgermeister der Marktgemeinde Arnoldstein, blickt zunächst zurück: „Wer hätte sich vor 25 Jahren gedacht, dass aus dem krisengebeutelten Industriestandort Arnoldstein — nach dem Niedergang der verstaatlichten Industrie — einmal grüne Energie in die zweitgrößte Stadt Kärntens fließen wird? Unsere Drei-Länder-Gemeinde zeigt sich nicht nur als e5-Gemeinde, Klimabündnis-Gemeinde und Naturpark-Gemeinde sehr energiegeladen, sondern hat in den vergangenen zwei Jahrzehnten mit der Kelag auch fünf Großprojekte umgesetzt.“ Kessler nennt hier die Fernwärme-versorgung von Arnoldstein und Gailitz, den Bau des Laufkraftwerkes Gailitz, den Bau der Gasleitung von Villach zum Industriestandort Arnoldstein, die Verlegung Fernwärmetransportleitung nach Villach und aktuell die Erneuerung und Sanierung des Gailkraftwerkes Schütt. „Diese Kooperationsprojekte bedeuten eine Aufwertung für unsere Marktgemeinde. Ich stelle mit Fug und Recht fest, dass Arnoldstein ein strategisch wichtiger Partner im Energieland Kärnten ist.“

„Grüne Energie“ als Standortfaktor
Günther Albel, Bürgermeister der Stadt Villach und Geschäftsführer der Kärntner Entsorgungsvermittlungs GmbH (KEV), betont die hervorragende Zusammenarbeit mit der Kelag. Er wertet die neue Energiequelle für die Fernwärme in Villach als großen Schritt: „Villach ist Österreichs nachhaltigste Stadt. Für unser ernsthaftes Bestreben, dies auch zu bleiben, ist Fernwärme ein enorm wichtiger Faktor. Denn der verantwortungsvolle Umgang mit der Natur hat längst auch eine wirtschaftspolitische Komponente, er hat sich zu einem relevanten Standortfaktor entwickelt.“

Landeshauptmann Peter Kaiser: „Der Süden dreht auf!“
„Der Süden dreht im wahrsten Sinne des Wortes auf!“, sagt Landeshauptmann Peter Kaiser anlässlich der Inbetriebnahme der neuen Fernwärmetransportleitung. Kaiser: „In vielen Bereichen hat Kärnten den Wechsel vom Pannenstreifen auf die Überholspur geschafft. Das Vorzeigeprojekt von KELAG Energie & Wärme GmbH und KRV ist nicht nur ein Beleg für eine intelligente Symbiose und aus wirtschaftlicher Sicht von großer Bedeutung. Vielmehr gelingt damit auch ein weiterer wichtiger Schritt, die Energieversorgung in unserem Bundesland noch nachhaltiger, noch grüner zu machen. Das ist langfristig für unser Bundesland, für unsere Kinder, Enkelkinder und nachkommende Generationen besonders wichtig. Ihnen sind wir es schuldig, alles zu tun, um unschätzbare Werte wie eine intakte Umwelt in einem lebenswerten Kärnten zu schützen. Danke an alle, die dabei mitwirken.“


06.09.2018
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